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Allgemein
29.11.2017
Von: Robert Mothes

Der Mensch - Dirigent der Wertschöpfung in der Textilfabrik der Zukunft

Am 24. November 2017 fand das Abschlusstreffen des 24-monatigen Basisvorhabens Arbeitswelt 4.0 im Sächsischen Textilforschungsinstitut (STFI) e.V. statt. An der Veranstaltung nahmen Teilnehmer aus Unternehmen, Bildungsinstituten und Forschungseinrichtungen teil.
Die fortschreitende Digitalisierung, die zunehmende Vernetzung und die Interaktion von Mensch und Maschine stellen immer komplexere Anforderungen an Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Daher war es Ziel des Vorhabens, die Anforderungen zu analysieren und ein Modell für die zukünftige Arbeitswelt zu entwickeln. Als Verbundpartner waren der Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Arbeitsgestaltung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Koordinator), das Sächsisches Textilforschungsinstitut e. V. (STFI), der Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e. V. (vti) sowie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO beteiligt.
Das Vorhaben gliederte sich in drei fachliche Bereiche: FINDEN von Fach- und Führungskräften mit dem Schwerpunkt Branchen- und Arbeitgeberattraktivität, BINDEN von Mitarbeitern durch gesundheits- und lernförderliche Arbeitsbedingungen über innovative technische und organisatorische Arbeitsgestaltung sowie QUALIFIZIEREN im Sinne von Weiterbildungskonzepten für eine berufsbegleitende Kompetenzentwicklung flankierend zu technischen Entwicklungen der Industrie 4.0.
Im Bereich FINDEN wurde zunächst eine Status-quo-Analyse der textilen Arbeitswelt durchgeführt und Aspekte wie Altersstrukturen, Personallage, Fehltage sowie Rekrutierungswege betrachtet. Außerdem wurde die Branchen- und Arbeitsgeberattraktivität untersucht. Hier hat beispielsweise eine Befragung auf einer Fachmesse ergeben, dass B2C-Marken wie Bruno Banani deutlich bekannter sind als renommierte Unternehmen der TechTEX-Branche. Diese müssten deutlich mehr Anstrengungen im Marketing unternehmen, um eine Attraktivität als Arbeitgeber aufzubauen.
Die Analysen waren Grundlage für die Entwicklung eines Kurz-Check-Ups zur Ermittlung der Arbeitgeberattraktivität kleiner und mittelständischer Unternehmen der Branche und den Start der Stellenbörse des vti, über die bis November 2017 bereits 138 Mitarbeiter vermittelt werden konnten. Zum Thema BINDEN wurde die optimale Arbeitsgestaltung als wesentliches Element zur Bindung von Arbeitskräften betont. So entwickelte das Fraunhofer IAO einen "textilen Filter" um aus zahlreichen Best Practice Beispielen anderer Branchen Empfehlungen zur Optimierung der Arbeitsprozesse in der traditionsreichen Textilbranche abzuleiten. Im dritten Vorhabenteil QUALIFIZIEREN beschäftigten sich die Wissenschaftler mit der Entwicklung eines Weiterbildungskonzeptes, der Seminarreihe STOFFWECHSEL und eines Weiterbildungskatalogs. Basis hierfür war die ausführliche Analyse des Weiterbildungsbedarfs, u. a. durch die Abstimmung und Diskussion auf einem Personalleiterforum.
Die Ausführungen der Verbundkoordinatorin Dr. Sonja Schmicker von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verdeutlichten, dass auch in der Arbeitswelt 4.0 der Mensch im Mittelpunkt steht. Er wird zum "Dirigenten" - entwickelt und lenkt die Technik, körperliche Tätigkeiten werden ersetzt oder erleichtert. Um die KMU der Textilbranche bei diesem Wandel zu unterstützen, sollen die Vorhabenergebnisse im geplanten TourAtlas nutzenorientiert aufbereitet und präsentiert werden. Dieser wird voraussichtlich noch Ende des Jahres erscheinen.