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Allgemein
16.09.2020
Von: P3N Marketing GmbH

Rückblick zum 3. futureTEX-Symposium

Das Schlagwort „Industrie 4.0“ ist aus dem Alltagsjargon längst nicht mehr wegzudenken. Und doch stehen viele besonders mittelständische Unternehmen vor der Herausforderung der Implementierung. Das 3. futureTEX-Symposium, welches am 9. September 2020 erstmals online stattfand, zeigte dafür neue Forschungsansätze für die Textilbranche auf.

Zunächst präsentierten vier laufende Umsetzungsvorhaben ihre Forschungsziele sowie deren Status in der Umsetzung. Unter anderem arbeiten die Vorhaben-Teams an der Entwicklung eines textilspezifisch, erweiterbaren Industrie 4.0-Baukastens aus Software, Methoden und mechanisch-elektronischen Komponenten. In einem weiteren Vorhaben setzen sich die Partner mit dem prototypischen Aufbau einer intelligenten Versuchsanlage zur Herstellung von Organoblechen als cyber-physisches Produktionssystem auseinander. Unter dem Motto „Die digitale Revolution in der nasschemischen Ausrüstung“ wurde weiterhin eine digital ansteuerbare flexible Ausrüstungstechnologie auf Basis von digitalen Verfahren aus der Druck- und Beschichtungsindustrie vorgestellt.

„Industrie 4.0“ bedarf jedoch nicht nur der entsprechenden Technologie, sondern auch dem Know-how der Mitarbeiter eines Unternehmens. Unter diesem Gesichtspunkt wurden auch Ansätze für die Implementierung technologiebasierter Lern- und Assistenzsysteme für die berufliche Weiterbildung und Ausbildungsergänzung in der textilen Arbeitswelt aufgezeigt.

Um den Brückenschlag von den abgeschlossenen Forschungsvorhaben in die Praxis zu meistern, wurde im vergangenen Jahr der futureTEX-Inkubator initiiert: ein Vorhaben, das sich speziell auf die Verwertbarkeit der Vorhaben durch Erarbeitung von möglichen Geschäftsmodellen fokussiert. Mehrere Pilotvorhaben arbeiten darin an konkreten Konzepten und deren Umsetzung im Rahmen des Design Thinking. Ein erstes dieser Projekte wurde nun erfolgreich abgeschlossen. Das Team beleuchtete im Symposium in einer Podiumsdiskussion den Inkubationsprozess auf dem Weg zum Endkunden, der einer Bergbesteigung glich.

Im quasi Basislager, dem futureTEX-Vorhaben TexPCB, war ein drucksensibler, textiler Sensor entstanden. Dafür galt es nun ein Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln. Die Norafin Industries (Germany) GmbH und die ESYS GmbH arbeiteten gemeinsam mit den Experten der HYVE AG und der HHL Leipzig Graduate School of Management im Rahmen eines mehrstufigen Inkubationsprozesses an der Realisierung. Das Ergebnis nach sechsmonatiger Arbeit ist nun ein konkretes Konzept für die Anwendung des Drucksensors. Entworfen wurde eine berührungsempfindliche Matte, die sowohl das Verhalten als auch das Bewegungsmuster von Hunden aufzeichnen kann. So erhält Herrchen oder Frauchen mittels einer App beispielsweise Informationen zum Schlafverhalten oder zur nächsten Gassirunde.

Das nutzerorientierte Vorgehen, das unter anderem auch Interviews mit möglichen Nutzern beinhaltete, kann so als Paradigmenwechsel gesehen werden. Häufig steht ja bei Ingenieuren und Entwicklern die Technologie an erster Stelle der Forschungsarbeit und nicht der Anwender.

Marc Jolly, FuE-Leiter bei Norafin, reflektiert den Inkubationsprozess: „Wir haben eine Schublade voll von Demonstratoren, aber keiner kann damit was anfangen. Der Prozess im Inkubator hat uns viele wertvolle Werkzeuge und Methoden aufgezeigt. Deswegen bewerten wir in unserem Unternehmen jetzt alle neuen Projekte danach, ob es einen Endanwender gibt.“ Auch Hansjürgen Hering, Geschäftsführer bei ESYS, zieht ein positives Resümee: „Die Nutzerstory als Teil des Innovierens war für mich neu, aber ganz wesentlich. So können wir dem Endanwender zeigen, wie er das spätere Produkt zu seinem Nutzen verwenden kann.“ Alle Teilnehmer betonten, dass die Nachhaltigkeit elementar im Innovationsprozess ist.

Inhaltlich ergänzt wurde das futureTEX-Symposium am Nachmittag durch die 3. Fachtagung des Mittelstands 4.0-Kompetenzzentrums Textil vernetzt. Unter dem Titel "Textil neu denken: Wie Digitalisierung und KI die Vernetzung der Produktion ermöglichen" berichteten Unternehmer/innen, wie sie in ihrem Betrieb Digitalisierung Stück für Stück umsetzen.