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Allgemein
10.11.2022
Von: Kareen Pfab

Krisengespräch: Frank Müller-Rosentritt besucht STFI

Am 3. November 2022 besuchte der Chemnitzer FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Müller-Rosentritt das STFI. Er war der Einladung an das Chemnitzer gemeinnützige Institut gefolgt, um über die Herausforderungen zu sprechen, die die Textilforscher gemeinsam mit ihren klein- und mittelständischen Partnern aktuell stemmen. 

Zur Energiekrise gesellt sich für die gemeinnützigen Industrieforscher jüngst eine Finanzierungsproblematik, die zuletzt in den Sommermonaten an Dramatik gewonnen hat. Müller-Rosentritt folgte den Ausführungen von Frau Dr. Illing-Günther, Geschäftsführender Direktor am STFI, mit großem Interesse und zeigte sich bestens informiert. Einigkeit herrschte darüber, dass die Industrieforschung in erheblichem Umfang dazu beiträgt, dass kleine und mittelständische Unternehmen, und dazu zählen die meisten hiesigen Textilbetriebe, ihre Innovationskraft erhalten, im Besonderen auch mit Blick auf eine energieeffiziente Fertigung. Da Rücklagen für teure Forschung in den KMU kaum vorhanden sind, gehen die Firmen eine Partnerschaft mit Industrieforschungseinrichtungen (IFE) wie dem STFI ein. Diese wiederum werben gemeinsam Fördermittel ein, mit denen an Innovationen geforscht wird. Allein in Sachsen gibt es in der SIG – der Sächsischen Industrieforschungsgemeinschaft e.V. 17 solcher Industrieforschungseinrichtungen, die sich zusammengeschlossen haben. Wenn nun aus verschiedenen Gründen die Fördermittel nicht abrufbar sind, müssen die KMU auf Innovationen verzichten und verlieren wertvolle Zeit, um ihre Existenz am Markt zu sichern. Beispielsweise ist es nach der Wende vielen Textilbetrieben mithilfe der Industrieforscher gelungen, sich den Markt der Technischen Textilien zu erobern und damit den wirtschaftlichen Rückgang im Bereich der traditionellen Bekleidungs- und Textilindustrie abzufangen. Und so werden (statt oder neben Tischdecken) nun auch Sitzheizungen gestickt, Sensoren verwebt und Hochleistungsfasern zu Leichtbauteilen verarbeitet.

Was bremst nun die Innovationskraft im Mittelstand? Damit Fördermittel abgerufen werden können, müssen diese per Bundeshaushalt regelmäßig beschlossen werden. Im Falle des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) lag beispielsweise die fortlaufende Beantragung seit Oktober 2021 auf Eis. Die Freigabe des Programmes erfolgte erst im August dieses Jahres aufgrund der langwierigen Haushaltsdebatten und Fertigstellung des neuen Haushaltsgesetzes und dann auch noch mit starken Reglementierungen für KMU. Innovationen geraten so in die Warteschleife. Den Anforderungen der Unternehmen, die am Markt bestehen müssen, wird dies wenig gerecht, wenn innovative Ideen in die Pause geschickt werden. In Schieflage befindet sich auch die Industrielle Gemeinschaftsforschungen (IGF), wobei die IGF-Förderung bis Ende 2023 übergangsweise verlängert wurde, jedoch chronisch unterfinanziert ist und damit nur noch Exzellenzforschung ermöglicht. Zudem läuft auch die INNO-KOM Richtlinie, ein wichtiges Förderinstrument des BMWK zur marktorientierten Forschung, offiziell zum Jahresende aus; eine Neue ist bis dato nicht veröffentlicht.

Müller-Rosentritt nimmt die Impulse mit in seine Fraktion, da hier seitens der Politik an belastbaren Lösungen gearbeitet werden muss. Weitere Gespräche mit Vertretern der lokalen Politik folgen in Kürze.

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